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erschienen am 11.03.15

Die Pearl Harbor Lüge

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Jan von Flocken
Tatsachenreport
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EINHEIT im Geistigen?

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Zeit- und Militärgeschichte
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Wolfgang Eggert
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Zeit- und Militärgeschichte
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Faktencheck 9/11

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Eine andere Perspektive 12 Jahre danach
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Ich habe "NEIN!" gesagt

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Zeit- und Militärgeschichte

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 Malte Olschewski: Kanonen, Bomben und Durchwesung im Kai Homilius Verlag - Pressespiegel

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Kanonen, Bomben und Durchwesung
von
Malte Olschewski
Eine Chronik des amerikanischen Imperialismus 1620-2004
416 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, 2004
Zeit- und Militärgeschichte Band 19, 24.80 €
Bestell-Nr. 08019
Direkt beim Verlag bestellen

Aktuelle Rezension


Karl Drechsler schrieb in Neues Deutschland am 04.07. 2005

Die aggressiven Pilgrims – Independence Day –

Sigmund Freud hatte 1926 in einem Interview bemerkt: »Ich bedaure die Entdeckung Amerikas... Die USA sind eine Missgeburt.« Diesem Zitat stimmt Malte Olschewski zwar nicht ausdrücklich zu, es dürfte aber wohl doch weitgehend seine eigene Meinung wiedergeben. Zumindest drängt sich dies nach der Lektüre seiner beeindruckenden, detaillierten wie fundierte Analyse von rund 100 Kriegen, die die USA in ihrer Geschichte geführt haben. Wissenschaftlich exakt und doch stark emotional untersucht der erfahrene Journalist den amerikanischen Hochmut, den Mythos der Einzigartigkeit (exceptionalism) und Überlegenheit, die zunehmende Arroganz der Macht und später den teils unverhüllten, teils verhüllten Imperialismus und Interventionismus an allen Ecken und Enden des Erdballs, der im Anspruch gipfelt, zur alleinigen Führung unseres Globus berufen zu sein.
Das ist alles richtig, und doch vermisst man an manchen Stellen ein differenziertes, ausgewogenes Urteil. So sei am heutigen Independence Day der Einspruch gestattet: Die welthistorische Bedeutung des amerikanischen Unabhängigkeitskampfes als einer bürgerlichen Revolution, die langen, tiefverwurzelten, wenn auch immer mehr preisgegebenen demokratischen Traditionen des Landes, dessen Beitrag zur Entwicklung der Zivilisation, von Wirtschaft, Wissenschaft und Kultes werden hier völlig ausgeblendet. Die USA sind für den Autor von Anfang an ein Unglück für die Menschheit, Land und Leute verderbt. Die Pilgrim Fathers, die 1620 als Angehörige einer in England verfolgten religiösen Sekte auf der »Mayflower« den Atlantik überquerten und in der Nähe des späteren Boston siedelten, die Neuenglandstaaten und die 1776 entstandenen United States of America – prägend für sie alle sei stets nur der »Zwang zur Expansion ohne Grenze« gewesen, Krieg sei stets als »Sendung und Schicksal« begriffen worden.
Malte Olschewski, 1940 in Klagenfurt geboren, hatte in Wien Deutsche Literatur und Publizistik studiert, war von 1963 an außenpolitischer Redakteur der »Presse« und der »Arbeiterzeitung« in Wien. Nach 1983 gehörte er der Osteuropa-Redaktion des ORF an, zeichnete für eine Reihe von TV-Dokumentationen zu außenpolitischen Problemen verantwortlich und veröffentlichte mehrere Bücher.
Die Botschaft des jüngsten Buches lässt sich wie folgt zusammenfassen: Es war John Winthrop, der Gründer der Massachusetts Bay Company, der rund zehn Jahre nach der Landung der Pilgrim Fathers die amerikanische Heilsmission begründete, indem er die Siedler in der Tradition des Alten Testaments zum auserwählten Volk Gottes erklärte und zu einem neuen Zion, zu einer City upon a Hill, einer »Stadt auf einem Hügel« aufrief, die die Welt mit ihrem Licht erleuchten solle. Dieser Anspruch der Einmaligkeit sei weiterentwickelt worden in einem Dokument, das 1845 als »Manifest Destiny«, d.h. »Offenkundige Bestimmung« oder »Offenbares Schicksal«, entstand. Dessen Kernsatz nach Olschewski: »Es ist das Recht unseres offenbaren Schicksals..., uns auszubreiten und den ganzen Kontinent zu besitzen, den uns die Vorsehung zur Entwicklung des großen Experimentes der Freiheit gegeben hat.« Zu diesem Konzept habe gehört, dass die aus Afrika verschleppten Schwarzen den Weißen gottgegeben als Sklaven zu dienen hatten und die Indianer als »wilde Tiere« auszurotten bzw. in Reservate abzudrängen waren.
Am Ende des 19. Jahrhunderts, als die Westexpansion den Pazifik als unüberwindbare Grenze erreicht hatte, sei die amerikanische Mission auf die Erschließung und Eroberung der Erde erweitert worden. Nach Olschewski wurden die USA damit »zum aggressivsten Staat der neueren Geschichte«, was unweigerlich die Frage aufwirft: Und was war NS-Deutschland? Kriege seien »das Schicksal und die Sendung der USA«, konstatiert der Autor des Weiteren. Die Amerikaner scheinen im Krieg eine permanente Bestätigung ihrer Auserwähltheit zu sehen, seien ständig auf der Suche nach echten oder vermeintlichen Gegnern. So wird auch Präsident Franklin D. Roosevelt, der Land und Leute von der Notwendigkeit des Kampfes gegen NS-Deutschland überzeugte, in die Nähe eines Kriegstreibers gerückt.
Überzeugender ist der Teil des Buches, der die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg behandelt, den Kalten Krieg und die Gegenwart, in der die USA zur Super- und Hypermacht avancierten. Nicht nur Krieg mit Bomben und Kanonen, sondern auch indirekte Kriege führen die Vereinigten Staaten nunmehr – mit den »Waffen der Durchwesung«, worunter der Autor die Durchdringung der Kulturen der Welt als »schleichende Penetration« versteht. Der moderne Marschbefehl für die Errichtung eines weltumspannenden Imperiums laute: »Ihr sollt in der Umschlingung durch unsere globalen Institutionen so werden wie wir.« Dieser unbegrenzten Expansion und der daraus folgenden Überdehnung würde, so prophezeit Olschewski, »den künftigen Zusammenbruch des amerikanischen Systems« herbeiführen. Das sei ein historisches Gesetz, wie der Kollaps der Imperien Alexanders, der Römer, der Mongolen und der Osmanen wie auch Napoleons und Hitlers Eroberungen bewiesen hätten.
Zweifellos beeindruckt Olschewskis akribische Darstellung der rund 100 US-Kriege und Interventionen, inklusive geheimdienstliche Operationen, wirtschaftliche wie politische Drohungen und Erpressungen. Eine bewundernswerte Fülle von Fakten hat er zusammengetragen. Eine insgesamt verdienstvolle Arbeit. Sollten jedoch Kritiker ihm Antiamerikanismus vorwerfen, dürfte es ihm nicht ganz leicht fallen, das zu widerlegen.

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