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 Erich Schmidt-Eenboom: GEHEIMDIENST, POLITIK und MEDIEN im Kai Homilius Verlag - Pressespiegel

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GEHEIMDIENST, POLITIK und MEDIEN
von
Erich Schmidt-Eenboom
Meinungsmache UNDERCOVER
400 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, 2004
Zeit- und Militärgeschichte Band 16, 24.80 €
Bestell-Nr. 08016
Direkt beim Verlag bestellen

Aktuelle Rezension


Andreas Förster schrieb in Berliner Zeitung am 02.09. 2004

Voll tragfähiger Kontakt

Erich Schmidt-Eenboom hat sein 1998 erschienenes Buch über die Zusammenarbeit zwischen BND und Medien überarbeitet
Von Zeit zu Zeit veranstaltet der Bundesnachrichtendienst kleine Gesprächsrunden mit Journalisten zum Thema Internationaler Terrorismus. Schaubilder werden gezeigt, Spezialisten des Geheimdienstes schätzen die aktuelle Lage ein und geben auf konkrete Fragen nicht immer ganz konkrete Antworten. Dazu werden Kaffee, Kekse und eine Suppe gereicht.

Macht sich ein Journalist mit seiner Teilnahme an solchen Runden zum Einflussagenten des BND? Gibt er damit seine Unabhängigkeit auf? Der Geheimdienstexperte und BND-Kritiker Erich Schmidt-Eenboom hat einmal eine griffige Formel für "saubere" Kontakte von Journalisten zu Geheimdiensten formuliert: Hintergrundgespräche ja, Informationsaustausch nein.

Diese Formel findet sich in Schmidt-Eenbooms 1998 erschienenen Buch "Undercover. Der BND und die deutschen Journalisten". Der Autor hatte damals versucht, eine Diskussion über den Umgang der Medien mit den Geheimdiensten in einer Demokratie anzustoßen.Ausgangspunkt seiner Überlegungen war eine aus dem Jahre 1970 stammende Liste mit "Pressesonderverbindungen" des BND, auf der sich eine Reihe namhafter westdeutscher Journalisten fand: Stern-Gründer Henri Nannen etwa, die Zeit-Herausgeberin Gräfin Dönhoff, Ex-Bild-Chefredakteur Peter Boenisch, ZDF-Frontmann Gerhard Löwenthal, Welt-Reporter Heinz Vielain, die Springer-Journalisten Heinz van Nouhuys und Graf Nayhauß - die BND-Liste umfasste diverse Namen von Herausgebern, Chefredakteuren, Fernseh- und Rundfu nkintendanten, Auslandskorrespondenten, Redakteuren und Verlegern.

Nach der Veröffentlichung des Schmidt-Eenboom-Buches 1998 aber passierte nicht viel - abgesehen von einer Handvoll Gerichtsverfahren, in denen sich einige der Geouteten erfolglos gegen eine weitere Nennung ihres Namens zu wehren versuchten. Eine Diskussion um die Frage, wie weit Journalisten bei ihren Kontakten mit Geheimdiensten - und anderen Regierungsbehörden - gehen dürfen, kam seinerzeit aber nicht in Gang.

Vielleicht klappt es im zweiten Anlauf. Der Berliner Kai-Homilius-Verlag hat jetzt eine überarbeitete und erweiterte Ausgabe von Schmidt-Eenbooms "Undercover"-Buch aus dem Jahre 1998 veröffentlicht. Eine Reihe von Kapiteln sind erweitert worden, neue sind hinzugekommen.

Zweiter Anlauf

So widmet sich der Autor beispielsweise den Versuchen des BND, im Nachrichtenmagazin Der Spiegel Vertrauensjournalisten zu gewinnen. Das gelang zumindest in den sechziger und siebziger Jahren recht gut: Acht Mitarbeiter - sechs Redakteure und zwei hochrangige Verlagsmitarbeiter - führte der Geheimdienst in seinen Verbindungslisten. Nur in einem Fall wurde dabei ein Redakteur für Spionagezwecke im Ausland eingebunden - und prompt in Jugoslawien verurteilt. In den anderen Fällen ging es meist darum, an Recherchen zu partizipieren oder Einfluss auf Berichte des Magazins über Erfolge und Pannen des BND zu nehmen. Die versuchte Einflussnahme aber gelang nur selten: Wie kein anderes Medium hat der Spiegel seit Jahrzehnten Affären und Skandale des Geheimdienstes publik gemacht.

Mehr Erfolg damit, vermeintliche Glanzleistungen des BND zu lancieren, hatte Pullach dagegen mit dem Quick- und späteren Focus-Redakteur Paul Limbach. Über Limbach, den der BND laut Liste als "voll tragfähigen Kontakt" unter dem Decknamen Limes führte, gab es auch beim DDR-Geheimdienst ein Dossier, weil eine enge Mitarbeiterin Limbachs im Sold der Stasi stand. Extrakte aus diesem bislang unbekannten Dossier finden sich in Schmidt-Eenbooms neuem Buch.

Nach all den mitunter etwas detailverliebt geschilderten Fällen zieht der Autor ein düsteres Fazit: "Die PR-Holding Pullachs reichte in den Gründerjahren der Bundesrepublik weit in alle Medienbereiche hinein und wirkt bis heute nach - teils als Strategie der Behörde selbst, teils als quasi private Aktivität führender Köpfe in Pullach." Probleme, Journalisten als "Wasserträger" zu gewinnen, habe der BND nie gehabt. Viele hätten sich sich aus eigenem Antrieb an den Geheimdienst gewandt und sich mit der "Ware Information" vergüten lassen. "Vom einzelnen BND-Geheimbericht bis zur kompletten Materialsammlung für gewogene Buchautoren reichte die Palette der Zuwendungen, die ihren Empfängern oft genug erlaubten, sich journalistische Meriten zu verdienen."

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