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erschienen am 11.03.15

Die Pearl Harbor Lüge

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Jan von Flocken
Tatsachenreport
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EINHEIT im Geistigen?

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Zeit- und Militärgeschichte
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Die MH17-Falle

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Ein Kriminalfall
Wolfgang Eggert
Zeit- und Militärgeschichte
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Flug MH370

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Zeit- und Militärgeschichte
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Faktencheck 9/11

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Ich habe "NEIN!" gesagt

Ich habe "NEIN!" gesagt

Über Zivilcourage in der DDR

Marco Hecht, Gerald Praschl

Zeit- und Militärgeschichte

9.90 €


 Marco Hecht, Gerald Praschl: Ich habe "NEIN!" gesagt im Kai Homilius Verlag - Pressespiegel

Startseite > Gesamtverzeichnis > Zeit- und Militärgeschichte > Ich habe "NEIN!" gesagt > Pressespiegel

Ich habe "NEIN!" gesagt
von
Marco Hecht, Gerald Praschl
Über Zivilcourage in der DDR
208 Seiten, Softcover, 2002
Zeit- und Militärgeschichte Band 4, 9.90 €
Bestell-Nr. 08004

Vorwort von: Wolfgang Thierse

mit Beiträgen von: Helmut Müller-Enbergs

Direkt beim Verlag bestellen

PRESSESPIEGEL


| DPA | FAZ |

Frauke Kaberka schrieb in DPA am 09.09. 2002

Sie war 40 Jahre lang allgegenwärtig

Berlin (dpa) - Sie war 40 Jahre lang allgegenwärtig und für viele Menschen in der DDR ein Albtraum: Die Stasi. Wie weit aber der Geheimdienst Ostdeutschlands in die Privatsphäre der Menschen eindrang, wie sehr Freunde, Kollegen, Nachbarn, ja sogar Verwandte in die Spitzelei verstrickt waren, wurde vielen erst nach der Wende und der Offenlegung der Stasi-Praktiken bewusst. Die fatale Folge: Viele, sehr viele Menschen aus der DDR wurden von ihren westdeutschen Mitbürgern argwöhnisch beäugt. "Ihr wart doch alle irgendwie mit der Stasi verstrickt", war ein nicht gerade seltenes Vorurteil.

Mit ihrem Buch "Zivilcourage in der DDR" wollen die Autoren Marco Hecht und Gerald Praschl nun anhand von Analysen, Stasiprotokollen und Augenzeugenberichten aufklären: über stilles Heldentum, über Zivilcourage, über Menschen, die sich nicht verbiegen ließen. Die Notwendigkeit eines solchen Buches unterstreicht Bundestagspräsident Wolfgang Thierse in seinem Geleitwort: "Im Zuge der skandalbetonten Berichterstattung geriet mehr und mehr in Vergessenheit, dass es in dieser DDR zumeist ganz andere Leben gegeben hat - 'richtige Leben' im falschen System."

Angst, Erpressung, die Hoffnung auf eine bessere Finanzlage oder gewisse Vorteile, aber auch Überzeugung von einer guten Idee - das alles waren Gründe für Hunderttausende in der DDR, sich der Staatssicherheit als Inoffizielle Mitarbeiter (IM) zu verpflichten. Zivilcourage, oft sogar sehr viel Mut und
Gewissen setzten andere dagegen, verweigerten sich und nahmen Nachteile, privat und beruflich, in Kauf. Manch einer gefährdete seine Existenz, mancher sogar sein Leben. Es waren nicht wenige, die "Nein" sagten, und acht von ihnen kommen in diesem Buch zu Wort.

Da ist die Postbotin Dolores Schwarz auf Markgrafenheide in Mecklenburg-Vorpommern. "Ihr ganzer Geheim-Krimskrams interessiert mich nicht. Nein, ich unterschreibe nicht!", wies sie mutig einen Stasi-Offizier ab, der sie als IM verpflichten wollte. "Ich sollte die Post meiner Nachbarn ausschnüffeln." Unter
Repressalien musste Schwarz anschließend nicht leiden. Weniger Glück hatte der Leipziger Kellner Dieter Veit. Er landete nach Ablehnung eines Anwerbungsversuchs im Gefängnis.

Ihm sei völlig klar gewesen: "Wenn ich jetzt Nein sage, kann es mit mir beruflich und privat nur noch bergab gehen. Doch ich sagte Nein, erst einmal etwas zögerlich und dann ein weiteres Mal deutlich und bestimmt. (...) Am 15. August 1973, morgens 6 Uhr, kamen sie und haben mich verhaftet." Eine Falle, ein Erpressungsversuch, eine fingierte Anklage, ein falscher Schuldspruch - das alles ist in den Stasi-Akten von Dieter Veit nachzulesen - säuberlich protokolliert.

Interessant sind neben diesen Tatsachenberichten mit Protokollablichtungen auch Analysen am Ende des Buches. Der Berliner Politologe Helmut Müller-Enbergs, wissenschaftlicher Referent in der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen, untersucht unter anderem die Motivation von Ja- und Nein-Sagern, die Arbeitsweise der Stasi mit ihren IM und das Netz der Informanten. "174 000 Inoffizielle verzeichnet die Statistik der Geheimpolizei im letzten bilanzierten Geschäftsjahr", schreibt Müller-Enbergs. In einer Hochrechnung, in der Zu- und Abgänge, territoriale und demoskopische Besonderheiten berücksichtigt wurden, kommt der Wissenschaftler zu dem Schluss: Rund 600 000 Personen seien zu irgendeinem
Zeitpunkt einmal für das Ministerium für Staatssicherheit inoffiziell aktiv gewesen.

Kurzbiografien von Menschen, die von der Stasi observiert wurden, vervollständigen das Buch, von dem Wolfgang Thierse sagt, es sei ein Plädoyer für die Zivilcourage. "Die Entscheidungssituationen sind heute anderer Art, aber an Aktualität hat dieses Plädoyer auch im zweiten Jahrzehnt der deutschen Einheit nicht verloren. Das Buch verdient viele Leser", schreibt der Bundestagspräsident.

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Wolfgang Schuller schrieb in FAZ am 03.04. 2003

Mielkes Neinsager

Die Forderung nach einer positiven Würdigung ihrer "DDR-Biographie" wird üblicherweise von denen am lautesten erhoben, deren Biographie einige dunkle Flecken aufweist, die auf diese Weise aufgehellt werden sollen. Das bekannteste Beispiel ist der IM Sekretär, der mit dieser Forderung zumindest implizit behauptet, es sei typisch für die DDR-Bevölkerung gewesen, mit der Staatssicherheit konspirativ zusammenzuarbeiten.

Nun ist es aber doch so, daß in den meisten DDR-Biographien keinerlei MfS-Mitarbeit vorkommt, so daß es schon deshalb eine ziemliche Unverfrorenheit ist, seine eigene Spitzelei als typisch hinzustellen und dadurch all die zu beleidigen, die nichts mit der Staatssicherheit zu tun hatten. Noch kränkender ist das gegenüber denjenigen Biographien, die nicht nur keine Zusammenarbeit mit dem MfS aufweisen, sondern in denen sich Menschen gegen solche Zumutungen wehrten, weil sie sie einfach für unanständig hielten.

Das vorliegende - leider äußerlich ziemlich unordentlich gemachte - kleine Buch berichtet von solchen Schicksalen, die größtenteils aus den MfS-Akten gewonnen sind - was deutlicher als vieles andere gegen deren Schließung spricht.

Fast das Eindrucksvollste ist, daß alle, von denen hier die Rede ist und die oftmals selbst zu Worte kommen, nicht im entferntesten zu irgendeiner Prominenz gehören:

Briefträgerin, Näherin, Hochseefischer, Buchhalter, Kellner ... Keiner von Ihnen konnte wissen, wie die Staatssicherheit sich gegenüber einer solchen Weigerung verhalten würde, und es kam auch alles vor:

Es gab ein einfaches Ablassen von dem Kandidaten, es gab aber auch schwere berufliche Schädigung, und es gab - wegen hergeholter anderer Straftatbestände - Gefängnisstrafen.

Hier haben wir sogenannte einfache Menschen unter großem persönlichen Risiko gezeigt, was es heißt, sich in einer bleiernen Diktatur einfach anständig zu verhalten. Das sind DDR-Biographien, die vorbildhafter sind als die, deren Fehlverhalten für sich in Anspruch nimmt, der Regelfall zu sein. Diese Neinsager und die vielen anderen ihrer Art verdienten weit bekannter zu sein, als sie es leider sind.

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