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 Christine Gräfin Brühl: Der Gendarmenmarkt im Kai Homilius Verlag - Startseite

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Der Gendarmenmarkt
von Christine Gräfin Brühl
28 Seiten, Broschüre, 2001
2. völlig überarbeitete Auflage
Der historische Ort Band 20, 2.60 €
auch in: englisch französisch

Bestell-Nr. 01020
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LESEPROBE


Hatte die Anordnung von Französischen und Deutschen Dom auf dem Gendarmenmarkt klare städtebauliche Akzente gesetzt, fanden die mit dem Bau des Schinkelschen Schauspielhauses ihrer Vollendung. Erst jetzt war das großartige Ensemble komplett, das nach der Ansicht zahlreicher Betrachter - allen voran der Historiker Lorenz Demps in seinem berühmten Buch - den Gendarmenmarkt zum schönsten Platz Berlins macht.
Fabelhaft ist die Anlage: der herrliche Portikus mit den sechs ionischen Säulen, die großzügige Freitreppe, und hoch oben auf dem Giebel zügelte Apoll die stürmischen Greife, die seinen Streitwagen ziehen.
Wie ein Gegengewicht balancierte auf dem Westgiebel der geflügelte Pegasus. Erster Vorgängerbau war, wie schon erwähnt, das Boumannsche Komödienhaus.
Es war ein schlichter Rechteckbau, faßte tausend Plätze und war bald zu klein. August Wilhelm Iffland (1759-1814), der unter Friedrich Wilhelm II. (1786-1797) die Leitung des Hauses übernommen hatte, ließ mit Weisung des Königs das Haus abbrechen. Für den Nachfolgebau, das Nationaltheater zeichnete niemand weniger als Carl Gotthard Langhans, der Erbauer des Brandenburger Tors, verantwortlich. 1802 konnte es mit einer Aufführung von "Die Kreuzfahrer" von August von Kotzebue eröffnet werden.
Nun hatten die beiden Türme ein wirkungsvolles Gegengewicht. Auch das Nationaltheater hatte einen rechteckigen Grundriß, wandte aber im Gegensatz zum alten Haus dem Markt seine Breitseite zu und riegelte ihn geradezu ab. ...
Doch auch dieses Haus sollte nicht ewig stehen. Nachdem es gemeinsam mit der Lindenoper zu den Königlichen Schauspielen zusammengefaßt worden war, brannte es 1817 bis auf die Grundmauern ab. ...
Das Schauspielhaus, jetzt Konzerthaus genannt, das heute auf dem Gendarmenmarkt steht, sieht von außen noch genauso aus, wie der Schinkelsche Bau aus dem 19. Jahrhundert.
1821 eröffnet, verfügt das neue Haus zwar nur über einen Theatersaal mit 1.200 Plätzen, hatte aber zusätzlich einen Konzertsaal, sowie Proben- und Magazinräumen.

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Literatur:


Badstübner-Gröger, Sybille, Französischer und Deutscher Dom Berlin. Regensburg 1996.
Demps, Laurenz, Der Gendarmen-Markt. Gesicht und Geschichte eines Berliner Platzes. Berlin 1988.
Demps, Laurenz, Der schönste Platz Berlins. Der Gendarmenmarkt in Geschichte und Gegenwart. Berlin 1993.
Goralczyk, Peter, Der Platz der Akademie in Berlin. Berlin 1987.
Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus, Des Vetters Eckfenster, in: Berliner Novellen von E.T.A. Hoffman. Berlin 1916.
Nicolai, Friedrich, Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam und aller daselbst befindliche Merkwürdigkeiten. Berlin 1769-1786. Bände 1-4.
Oesfeld, Karl Ludwig, Umständliche Beschreibung der beiden neuerbauten Thürme auf der dem Friedrichstädtischen Markte zu Berlin, welche Seine Königliche Majestät von Preußen in den Jahren 1780 bis 1785 daselbst haben ausführen lassen. Berlin 1785.
Wartusch, Rüdiger und Anke Tanzer, Kleists Käthchen in Berlin. Eine neue Epoche des Theaters. Heilbronn 1996.

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