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Die Dominsel in Brandenburg
von Arnt Cobbers, Peter Feist
- der Ort der dem Land seinen Namen gab
28 Seiten, Broschüre, 1997
Der historische Ort Band 34, 2.60 €
Bestell-Nr. 01034![]()
An der Baugeschichte des Domes wird
der Bedeutungswandel, den die Burginsel erlebte, deutlich. Der erste Bauplan
zeigt den Typ einer einfachen, wehrhaften Missionskirche. Im Westen war
ein sogenannter Westriegel geplant, ein breiter, massiver, als Fluchtturm
zu nutzender Mauerriegel, wie er sich z.B. am Havelberger Dom erhalten
hat.
Daran sollten sich ein vermutlich einschiffiges Langhaus, ein Querhaus
und der Chor mit einem Chorquadrum und einer halbrunden Apsis anschließen.
Gebaut wurde jedoch nur der Chor und das Querhaus, beide auf einem rund
2 m hohen, wehrhaft wirkenden Sockel von beträchtlicher Mauerstärke.
Vom nördlichen Querhausarm führt ein breites Feldsteinfundament,
auf dem heute eine Klausurmauer steht, nach Norden zu einem Backsteingebäude,
das in alten Urkunden als "Spiegelburg" bezeichnet wird. ...
Um die Wende vom 12. Zum 13. Jahrhundert kam es jedoch zu einem Planwechsel.
Denn spätestens in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts hatte
sich die militärische Bedeutung der Burginsel entschieden gewandelt.
Zum einen war das Land befriedet, Slawenaufstände oder -angriffe
waren nicht mehr zu befürchten. Zum zweiten waren die beiden Stadthälften
nun selbst militärisch gesichert, die Burginsel mußte keine
Fluchtfunktionen mehr erfüllen. Im Gegenteil: Die Abgeschiedenheit
der Insel wurde als Verkehrshindernis angesehen, und so wurden Dämme
aufgeschüttet, die sie mit den beiden neuen Stadthälften verband.
800 Jahre Dom zu Brandenburg,
hrsg. Von Jürgen Henkys, Berlin 1965.
Fait, Joachim, Dom und Domschatz zu Brandenburg, Berlin 1975.
Germania Sacra, Bd. 1: Das Bistum Brandenburg, Berlin 1929.
Grasow, F., Der Dom St. Peter und Paul zu Brandenburg (Havel), Brandenburg
1924.
Grebe, Klaus, Untersuchungen im Dom zu Brandenburg (Havel), in: Ausgrabungen
und Funde 8, 1963, S. 155-160 und 10, 1965, S. 145 - 150 ders., Die Brandenburg
vor 1000 Jahren, Potsdam 1991.
Köpping, Günther, Neue Ergebnisse zur Geschichte und zur Gestalt
der Gründungsbauten von Dom und Domkloster in Brandenburg, Weimar
1987, S. 156-170.
Die Kunstdenkmäler von Stadt und Dom Brandenburg, bearb. von Paul
Eichholz, Berlin 1912.
Meyer, K., Die Baugeschichte des Domes zu Brandenburg a. H., Diss. TU
Berlin, 1909.
Möbius, Helga, Studien zur mittelalterlichen Bauornamentik in Sachsen,
Thüringen und der Mark Brandenburg, Diss. Halle 1970.
Nissen, R., Die Plastik in Brandenburg a. H. von 1350 bis ca. 1450, in:
Jahrbuch für Kunstwissenschaft 1929, S. 61-99.