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Glashütte bei Baruth
von Astrid Schlegel
28 Seiten, Broschüre, 1999
Der historische Ort Band 46, 2.60 €![]()
Im 19. Jahrhundert erlebte die Waldglashütte
im Baruther Urstromtal einen ungeahnten wirtschaftlichen Aufschwung. Die
gute Auftragslage erlaubte den Neubau der zweiten Glashütte, deren
Öfen man bereits 1822 zeitweise mit preiswertem Torf aus der Umgebung
befeuerte. Künftig wurde hier vor allem grünes und das zunehmend
gefragte weiße Hohlglas fabriziert, während man in der alten
Hütte weiterhin gewöhnliches Tafelglas an holzgefeuerten Öfen
herstellte.
Nachdem sich auch andere Glasfabriken Brandenburgs etabliert hatten, ging
die Nachfrage nach weißem Hohlglas und gewöhnlichem Tafelglas
zurück. Außerdem wirkten sich sowohl die politischen Unruhen
in Deutschland im Zusammenhang mit der Pariser Julirevolution im Jahr
1830 als auch der Bevölkerungsrückgang durch Cholera und Pest
nachteilig auf den Absatz von Glasprodukten aus. Deshalb wandte man sich
der Fertigung einer neuen Glassorte zu. ...
Um 1830 gelang in Glashütte die Herstellung eines besonders reinen
Milchglases für Beleuchtungskörper durch den Zusatz von Schafknochenasche.
Zu dieser Zeit spezialisierte sich vor allem die Berlin Stobwassersche
Lampenfabrik auf die Verarbeitung des Milchglases für Lampenschirme.
Mit der Fertigung des überaus hochwertigen Baruther Milchglases reagierte
man also auf den großstädtischen Bedarf. ... Dies und das seit
1830 aufkommende, noch strahlendere Gaslicht waren der wirtschaftlich-kulturelle
Hintergrund für die Glashütter Entwicklungen.
Carl Christian Hefter,
Urkundliche Chronik der alten Kreisstadt Jüterbock und ihrer Umgebungen,
Jüterbock 1851.
H. Cramer, Beiträge zur Geschichte des Bergbaues in der Provinz Brandenburg,
Halle 1885.
Die Provinz Brandenburg in Wort und Bild, hrsg. Vom Pestalozzi-Verein
der Provinz Brandenburg, Berlin 1912.
Gerrit und Karin Friese, Glashütten in Brandenburg, Heimatkundliche
Beiträge, Heft 1/1992 des Stadt- und Kreismuseums Eberswalde
Organisation und Gruppenbildung im märkischen Fabrikort Glashütte
1830-1914, Magisterarbeit von Georg Goes, Berlin 1994.
Der Stoff, aus dem Berlin gemacht ist. Entdeckungsreisen zu den Industriedenkmalen
Brandenburgs; Deutsche Gesellschaft e.V./ Kreuzberg Museum (Hrsg.), Berlin
1994.