
- der Ort der dem Land seinen Namen gab
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Der historische Ort
2. aktualisierte Auflage 2004, 2.60 €

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Burg Scharfenstein
von Britta Günther
Die Burg von Stülpner, Karl
28 Seiten, Broschüre, 2001
Der historische Ort Band 72, 2.60 €
Bestell-Nr. 01072![]()

In Spornlage erhebt sich die Burg Scharfenstein im Nordwesten des gleichnamigen Ortes, die nach 1250 durch die Herren von Waldenburg errichtet wurde. Im 14. und 15. Jahrhundert gerieten die Waldenburger in finanzielle Schwierigkeiten, sie verkaufen einige ihrer Besitzungen, Scharfenstein fällt 1445 an die Wettiner. 1492 ging die Burg in den Besitz der Familie Einsiedel, die zu den einflußreichsten Adelsgeschlechtern in Sachsen gehörten. In den nächsten Jahrhunderten Burg vergrößert und verändert. Bekannt ist die Burg durch den erzgebirgischen Volkshelden Karl Stlpner (1762-1839). Da er durch die Not zum Wilderer geworden war, erging am 8. 10. 1795 ein Befehl zu seiner Ergreifung. Nachdem bei der Suchaktion seine Mutter mißhandelt worden war und man sein Eigentum beschlagnahmt hatte, "belagerte" er kurzerhand die Burg Scharfenstein, indem er den einzigen Ausgang blockierte. Nach diesem kühnen Streich galt er zunächst als vogelfrei, wurde aber begnadigt. Seitdem 1993 das bestehende Jugendheim geräumt wurde, kann die Burg und darin Ausstellungen zur Vergangenheit der Anlage, der Stülpnerlegende und erzgebirgischem Spielzeug besichtigt werden.
Nur einige böhmische Stege führten durch das Gebirge, auf denen wenige Kaufleute oder Mutige den Durchzug durch den unheimlichen erzgebirgischen Wald wagten. Für die Besiedlung des mittleren Erzgebirges sind die Herren von Waldenburg von großer Bedeutung. Als "Herren von Wartha" verließen sie ihren Heimatraum um Naumburg und drangen in das Muldengebiet vor. Südöstlich von Altenburg errichteten sie zwischen 1165 und 1175 die Burg Waldenburg. Fortan nannten sie sich nach ihrer neuen Stammburg "von Waldenburg". Von hier aus drangen sie in das obere Zschopautal vor und begründeten die Herrschaften Wolkenstein (um 1200), Greifenstein (um 1200, Scharfenstein (nach 1250) und wahrscheinlich auch Zschopau (um 1200). Um 1300 gelangte die Herrschaft Rabenstein, die mit der Vogtei über das Kloster Chemnitz und mit der Gerichtsbarkeit über die Stadt Chemnitz verbunden war, in ihre Hand. Dieser Komplex stellt eine wichtige Verbindung zwischen ihrem Stammsitz Waldenburg und den Besitzungen im oberen Zschopautal dar. Bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts hatten sich die Waldenburger durch die Schaffung eines abgeschlossenen Herrschaftsgebietes zu ökonomisch und politisch einflußreichen Feudalherren entwickelt.
Ebhard, Bodo: Brand und Wiederherstellung
von Schloß Scharfenstein im Erzgebirge. In: Der Burgwart XXIII,
1922, S. 2-7.
Doering, Oskar: Burg Scharfenstein im Erzgebirge. In: Der Burgwart XXXII,
1931, S. 60-61.
Günther, Britta: Die Wiederherstellung der durch Brand zerstörten
Burg Scharfenstein. In: Jahrbuch der Schlösser und Gärten in
Sachsen. 1995, S. 184-190.
Küchler, Fritz: Chronik von Scharfenstein und Führer durch das
Zschopauthal. Dittersdorf 1900.
Schmidt, Otto Eduard: Die wiedererstandene Burg Scharfenstein an der Zschopau.
In: Sächsischer Heimatschutz, Bd. 13, Heft 9-10, S. 316-332.
Schmidt, Otto Eduard: Das Schloß Scharfenstein. In: Kursächsische
Streifzüge, Bd. 5, S. 259-260.