
Rainer Thiel
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Macht ohne Herrschaft
von Georg Knepler hrsg. von Stefan Huth
272 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, 2004
Politik & Denken Band 2, alter Preis 24.8 €, neuer Preis: 14.95 €
Bestell-Nr. 10002![]()
Bekannt ist Knepler als einer der bedeutendsten Musikwissenschaftler des letzten Jahrhunderts.
85jährig als überzeugter Marxist hat er noch einmal den Beruf
gewechselt. Die Berufung keinesfalls. Vom zutiefst humanistischen Standpunkt
aus, möchte Knepler die Welt verändern – Macht ohne Herrschaft.
Sein Spätwerk erscheint posthum bearbeitet und editiert von Stefan
Huth, unterstützt von einem Herausgeberkreis um Hanns Werner Heister,
John Knepler , - seinem Sohn -, Günter Mayer, Werner Mittenzwei,
Manfred Wekwerth und Peter Wicke.
Andere über das Buch:
Georg Knepler verkörperte jene Unruhe, in der Hegel den
Geist am Werke sah, und jenen Optimismus, den Marx der sozialistischen
Bewegung in die Wiege legte. In einem Alter, in dem normale Menschen alle
Viere von sich strecken, verschrieb er sich der Aufgabe, die Anthropologie
ihrer angestammten Rechtslastigkeit zu entreißen und einem emanzipatorischen
Interesse zu erschließen.
Er macht ernst mit der darwinistisch-marxistischen Einsicht in eine Kontinuität
des Naturprozesses, die den Menschen voll und ganz einbegreift. Dass wir
vom Affen abstammen, besser gesagt, gemeinsame Vorfahren mit den Affen
haben, versteht er als Aufforderung, den Prozess der Menschwerdung gut
materialistisch in der nichtmenschlichen Natur zu verankern. Das Ergebnis
ist ein den strukturalistischen Natur/Kultur-Antagonismus überwindender
„natürlicher“ Kulturbegriff: Der Mensch verwandelt sich
aus einem losgelassenen, in Institutionen Halt suchenden Monstrum der
Natur in ein sich emanzipierendes, durch kooperative Arbeit seine generische
Konstitution entfaltendes Geschöpf der Evolution.
Ulrich Enderwitz
Um die unbedingt notwendige theoretische Orientierung unter Bedingungen zu erreichen, wie sie seit 1989/91 in der Welt herrschen, bedarf es origineller, Denkanstöße gebender Beiträge. Georg Kneplers letztes Werk eröffnet uns eine Vielzahl von neuen, verblüffenden und gerade deshalb anregenden Sichtweisen auf Dinge, von denen wir vermeinen, über sie nicht weiter nachdenken zu müssen. Seine Auffassungen mögen da und dort Widerspruch auslösen, doch gerade die Eigenwilligkeit mancher seiner Sichtweisen wird positive Auswirkungen auf eine fruchtbare Diskussion haben. Macht ohne Herrschaft ist ein großer Wurf, durchtränkt vom Optimismus eines herausragenden Wissenschaftlers und Humanisten.
Hans Hautmann
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Arnold Schölzel schrieb in jw am 14.01. 2005
Man kann auch von einer wissenschaftlichen Sensation sprechen.
Es gibt sie noch: Bücher, bei deren Lektüre der Leser den Eindruck hat, da werde ein Vorhang weggezogen. Das Bekannte sei eben nicht das Erkannte, meinte Hegel trocken zu solchen Vorkommnissen. Georg Kneplers »Macht ohne Herrschaft« gehört zu diesen Büchern.... zum Anfang
Jan Brachmann schrieb in Berliner Zeitung am 22.12. 2004
Wer nur von Musik etwas verstehe, verstehe auch von Musik nichts, war ein Satz, den Georg Knepler besonders liebte. Gehört hatte er ihn wohl von Hanns Eisler, die Formulierung geht auf Christoph Lichtenberg zurück. zum Anfang
Für Knepler war dieser Satz wissenschaftliches Programm. Es gibt im 20. Jahrhundert kaum einen Gelehrten, der einen so weiten Begriff von Musik hatte und an diesem Begriff methodisch so ausgefeilte Arbeit leistete....
Macht ohne Herrschaft, Georg Kneplers Spätwerk, ist zugleich sein politisch-theoretisches Vermächtnis geworden; es ist Fragment geblieben. Das Buch ist der großangelegte Versuch, den Ursachen für die barbarischen Verhältnisse, unter denen die Menschheit heute lebt, theoretisch fundiert und in einer weiten geschichtlichen Perspektive nachzugehen. Dabei sucht Georg Knepler Ergebnisse und Erfahrungen der Kämpfe gegen Klassenherrschaft zusammenzufassen, unter systematischer Einbeziehung wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Menschheitsgeschichte. Der Weg führt über die vormenschliche Evolution im Tierreich, die menschliche Urgeschichte zu den großen Revolutionen des 18. Jahrhunderts, der Amerikanischen von 1776 und der Französischen von 1789, die einen Revolutionszyklus in Gang gesetzt haben, der bis in unsere Gegenwart auf allen Kontinenten und Inseln anhält; sein theoretisches Fundament ist die Idee der Gleichberechtigung aller Menschen, die historische Aufgabe ist der Kampf um eine menschliche Gesellschaftsordnung.
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