
Rainer Thiel
Politik & Denken
22.90 €

Ein Brecht-Handbuch für Spieler, Zuschauer, Mitstreiter und Streiter
Manfred Wekwerth
Politik & Denken
14.80 €

Erfahrungen aus Vergangenem und Gegenwärtigem – Vorstellungen für die Zukunft
hrsg. von Heinz Dieterich, Hans Modrow, Klaus Steinitz
Politik & Denken
9.90 €

Kann die Revolution überleben?
Fidel Castro, Felipe Pérez Roque, Heinz Dieterich
Politik & Denken
9.90 €

Wirtschaft, Gesellschaft und Demokratie nach dem globalen Kapitalismus
Heinz Dieterich
Politik & Denken
2. erweiterte und neubearbeitete Auflage 2006, 9.90 €

Direkte Demokratie, selbstbestimmte Steuern, Neutralität
hrsg. von Jürgen Elsässer, Matthias Erne
COMPACT
3. bearbeitete und ergänzte Auflage 2010,8.80 €

Über die unheimliche Zusammenarbeit von Faschisten und Zionisten
Lenni Brenner
Zeit- und Militärgeschichte
24.80 €

Sonderweg eines unverbesserlichen Volkes?
Domenico Losurdo hrsg. von Jürgen Elsässer
COMPACT
7.50 €

Politisch unkorrekte Streifzüge durch die Geschichte der Deutschen
Jan von Flocken
Kulturgeschichte
9.90 €

Fakten, Hintergründe, Probleme
Siegfried Prokop
COMPACT
7.50 €

Über Zivilcourage in der DDR
Marco Hecht, Gerald Praschl
Zeit- und Militärgeschichte
9.90 €
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Mut zum Genuss
von Manfred Wekwerth
Ein Brecht-Handbuch für Spieler, Zuschauer, Mitstreiter und Streiter
232 Seiten, Softcover, 2009
Politik & Denken Band 6, 14.80 €
Bestell-Nr. 10006![]()
„Brecht-Theater heute“ – diesen Titel finde ich eigentlich schlecht (obwohl ich ihn gebilligt habe). Es ist ein Titel, der die Frage übergeht, was denn das überhaupt ist: Brecht-Theater. Man betrachtet „Brecht-Theater“, das man bis zur Genüge zu kennen glaubt, nicht selten als eine Frage des Gesinnung, der Mode oder des Geschmacks, nicht aber als wissenschaftlichen Begriff.
Wie so oft fehlt die Wissenschaftssprache, um über Theater zu reden. Ja, die meisten Theaterleute lehnen es ab, über Theater wissenschaftlich zu reden, so wie Lyriker betroffen sind, wenn man über Lyrik sachlich redet und nicht lyrisch. Die Konsequenz wäre, dass man, wenn man über Opern redet, singt. Tatsächlich brauchen wir, um überhaupt zu verstehen, was wir da tun, wenn wir Theater spielen, und warum das, was wir da tun, anderen Leuten Spaß macht, Begriffe, die, wenn sie schon nicht widerspruchsfrei sind, doch wenigstens nicht das Gegenteil bedeuten. Das fängt beim Begriff „Brecht-Theater“ an. Wie so vieles heute ist er ein Opfer der Denker und Deuter...
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Brecht ist wieder „in“. Man findet ihn in Reden von Politikern aller Schattierungen ebenso wie bei Intellektuellen, die mit Brecht-Zitaten ihre Meinungen erhärten. Doch Versuche, Brecht lieber durch Verbreiten als durch Verschweigen zu neutralisieren, sind noch kein Grund für ein neues Handbuch. Solchen Versuchen wirksam zu begegnen, sollte man getrost Brecht überlassen. Seine Texte, wann und zu welchem Zweck auch immer zitiert, tun schon ihre Wirkung.
Der Autor konnte aber bei Inszenierungen, Workshops und Gesprächen die Beobachtung machen: Es gibt wieder mehr Fragen als fertige Meinungen. Hier bestätigt sich Marx’ These, „dass der Gedanke zur Wirklichkeit drängt, wenn die Wirklichkeit zum Gedanken drängt“. Die Trostlosigkeit der sozialen, politischen und kulturellen Landschaft ist einfach nicht mehr zu übersehen. Doch trostlose Zustände führen eben nicht zwangsläufig zu Trostlosigkeit (und damit zur Anpassung), sondern auch zu der Frage, warum denn etwas trostlos sein muss? Und hier kommt man an Brecht nicht vorbei.
So ist dieses Handbuch der Versuch, in der Art eines Nachschlagewerkes Fakten, Ansichten, Erfahrungen, Arbeitsweisen, Geschichten etc., stammend aus der Zeit meiner Zusammenarbeit mit Brecht und später aus der Arbeit mit seinem Theater, vor dem Vergessen zu bewahren.
Dabei geht es auch um Erkundung, wo und wie Brecht im heutigen Theater zu finden oder nicht zu finden ist. Denen aber, die Brecht ablehnen, gibt es die Möglichkeit, das Richtige abzulehnen. Und vielleicht gelingt es dem Autor, dem Brecht-Schüler, Brecht einmal selbst zu „verfremden“ und sein Theater zu beschreiben einfach als Wagnis zu besserem Theater: Als Mut zum Genuss.