
Vom Kosovokrieg bis heute
Zivojin Dacic
Zeit- und Militärgeschichte
24.80 €

Augenzeugenberichte über den Serbozid im „Unabhängigen Staat Kroatien“ 1941 – 1945
Djuro Zatezalo hrsg. von Vladimir Umeljić
Zeit- und Militärgeschichte
24.80 €

Karl Heinz Schulmeister
Zeit- und Militärgeschichte
19.90 €

Erich Buchholz
Zeit- und Militärgeschichte
149.00 €

1990 bis 1996
Zivojin Dacic
Zeit- und Militärgeschichte
24.80 €

Direkte Demokratie, selbstbestimmte Steuern, Neutralität
hrsg. von Jürgen Elsässer, Matthias Erne
COMPACT
3. bearbeitete und ergänzte Auflage 2010,8.80 €

Über die unheimliche Zusammenarbeit von Faschisten und Zionisten
Lenni Brenner
Zeit- und Militärgeschichte
24.80 €

Sonderweg eines unverbesserlichen Volkes?
Domenico Losurdo hrsg. von Jürgen Elsässer
COMPACT
7.50 €

Politisch unkorrekte Streifzüge durch die Geschichte der Deutschen
Jan von Flocken
Kulturgeschichte
9.90 €

Fakten, Hintergründe, Probleme
Siegfried Prokop
COMPACT
7.50 €

Über Zivilcourage in der DDR
Marco Hecht, Gerald Praschl
Zeit- und Militärgeschichte
9.90 €
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Krenzfälle ![]()
hrsg. von Reginald Rudorf
Die Grenzen der Justiz
230 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, 2002
Zeit- und Militärgeschichte Band 2, alter Preis 18 €, neuer Preis: 7.95 €
Bestell-Nr. 08002
mit Beiträgen von: Erich Buchholz, Erich Buchholz, Siegfried Prokop, Siegfried Prokop, Uwe Wesel, Uwe Wesel, Helmut Walther, Armin Wagner
Der vorliegende Band bewegt
sich jenseits von Urteilsschelte und Krenz-Verklärung.
Verleger und Herausgeber haben versucht, die Kluft zwischen politischer Wirklichkeit - wie sie die DDR
ja fast ein Menschenleben lang darstellte - und juristischer Aufarbeitung nach
dem Ende der DDR sichtbar zu machen.
Um dieses Ziel so gut wie
es nur möglich ist, zu erreichen, hat sich der Verlag dafür entschieden,
Autoren zur Analyse und zur Kritik der beiden Krenz-Urteile (Landgericht Berlin
und Europäischer Gerichtshof) zu bitten, den möglichst vielen (auch
politischen und nicht nur juristischen) Aspekten gerecht werden. Aus diesem
Grund ist in diesem Band jedem Autor eine kurze Vita mitgegeben, die auch die
oft absolut gegensätzliche politische Herkunft nicht verschweigt.
Damit soll a priori dem Verdacht entgegengewirkt werden, in diesem Band komme
nur jene politische Richtung zu Wort, die politisch für Krenz sein könne.
Das Hauptanliegen dieses Buches ist keineswegs, Krenz und die anderen Verurteilten
zu entlasten und die Gerichte zu schel-ten - es geht uns allein um die rechtliche
Grundlage beider Urteile.
Es geht allen Autoren - ausnahmslos und quer durch die Parteien und Gesinnungen
- nur um eines:
Die juristische Unhaltbarkeit eines Urteils zu belegen - von der politischen
Richtung kann dabei gar keine Rede sein.
Es liegt Autoren, Verleger und Herausgeber am Herzen, daß der Leser den
Argumenten folgen kann, danach die Verurteilung von Krenz u.a. allen nationalen
und internationalen Spielregeln des Rechts widerspricht. Gelingt das, dann ist
das Buch gelungen.
![]() Dem Unrecht wehren | ![]() Berlin zwischen Ost und West | ![]() Siegerjustiz? | ![]() Ich habe "NEIN!" gesagt | ![]() Die Berliner Mauer (1961-1989) |
Arnold Schölzel schrieb in jw am 19.03. 2002
Die Verurteilung des Nachfolgers von Erich Honecker zu sechseinhalb Jahren
Haft durch das Berliner Landgericht, den Bundesgerichtshof und den Europäischen
Gerichtshof für Menschenrechte halten die Autoren für falsch. Sie
betonen zwar, daß sich der Band "jenseits von Urteilsschelte und
Krenz-Verklärung" bewege. Tatsächlich kann der Leser aber zu
keiner anderen Schlußfolgerung kommen als der: Hier wurde ein politisches
Willkürurteil verhängt.... zum Anfang
hw schrieb in rundy am 15.01. 2002
Das Buch liest sich wie ein Krimi
... zum Anfang
Vor 40 Jahren wurde
die Mauer gebaut. Am 13. August 2001 flaggte Deutschland Halbmast. Die
Medien zeigten alles, was damals geschah. Die gelungenen und die tödlichen
Fluchtversuche. Die Tunnel und die Ballons - die Fluchten in die Freiheit.
Aber eines war aus
fast allen Medien raus - wie vom Winde verweht. Die Sowjetarmee. Als ob
Moskau und die Mauer ein Märchen seien.
Nur eben:
Moskau befahl den Mauerbau, um das Ausbluten der DDR zu verhindern und
für Polen und die CSSR, Ungarn und den ganzen Ostblock ein deutliches
Zeichen zu setzen:
Hier ist die unüberwindbare Grenze des Sowjet-Systems.
o Die Architekten
und Vollstrecker der Mauer saßen in Moskau - nicht in Ostberlin,
das nur als Erfüllungsgehilfe der Sowjets fungierte. Wer dabei nicht
parierte, war perdu.
Zeitweise wachten bis zu einer Million Rotarmisten in der DDR über deren Westgrenze
- der brisantesten Welt-Grenze zwischen Nato und Warschauer Pakt, USA
und UdSSR. Das war die Grenze, an der Krieg oder Frieden entschieden wurde.
An dieser Grenze war die NVA nichts als Befehlsempfänger.
Die Mauer fiel. Die Grenze ging auf. Am 13. August 2001 waren die Bilder der Freiheit in allen
Medien. Menschen umarmen sich. Ost und West endlich zusammen. Auf dem
Leipziger Ring, in Erfurt, Dresden, Magdeburg, auf dem Marx-Engels-Platz
in Ostberlin stand das Volk auf. Gegen Mauer und Stacheldraht.
Das war große Geschichte. Erschütternd. Großartig.
Nur eben:
Auch aus diesem Jahrhundert-Ereignis sind die Sowjets total ausgeblendet.
Sie werden am 13. August 2001 kaum mehr erwähnt. Als hätte es
die Sowjetarmee nie in der DDR gegeben. Vergessen der 17. Juno 1953. Da
rettete die Rote Armee Ulbrichts DDR.
Auch am Tag des Mauerbaus war diese Armee voll da. In großer Kriegsbemalung
und Kampfbereitschaft. Nur eben:
Gorbatschow hatte die DDR aufgegeben. Die Sowjetarmee in Karlshorst hatte
den Befehl: Raushalten. Egon Krenz bekam Gorbatschow nicht mehr ans Telefon.
Die Lage spitzte sich an den ostdeutschen Grenzsperren dramatisch zu.
Egon Krenz entschied:
o Volksarmee senkt die Waffen.
o Mauer auf.
Dafür landete Krenz hinter Mauern.
Wieder eine typisch deutsche Geschichte.
Darüber berichtet dieser Band.
"Wenn Karl Marx geht und Johnny Walker kommt, beginnt der Lenz für Krenz"
BILD 1990
rr: Die meisten Medien-Häuptlinge mögen Krenz nicht.
Die einen nicht, weil er ihnen ihre heimlich oder auch
unheimlich geliebte DDR kaputtgemacht hat. Die anderen nicht, weil er die ungeliebte
DDR bis zuletzt nicht kaputtmachen wollte. Aber ob Kaputtmachen oder Nichtkaputtmachen
- es kommt auf ganz das gleiche heraus:
Krenz, nein danke. Egal auch immer warum: Sie mögen ihn alle nicht. Und
die Politiker mögen ihn nicht, weil er zur deutschen Bewältigungs-Konkursmasse
gehört. Und da diese nun mal bewältigt werden muß - so eine
der Grundregeln des PC-Gutmenschentums hierzulande - bewältigt man Krenz
am allerbesten, in dem man ihn zur Seite schiebt. Krenz-Bereinigung, Ent-Krenzung
oder einfach Verschweigen durch Schadens-Bekrenzung.
Um also die DDR auf typisch deutsche Weise zu bewältigen - posthum sozusagen - gilt die Grundregel: Man muß Krenz nicht mögen. Präziser, zielgenauer: Man darf nicht. Wir dürfen, wir sollen das gefälligst nicht - diesen Krenz mögen. Oder wenigstens ein wenig akzeptieren. Nicht mal 10 %. Nein. Denn: Im postsozialistischem DDR-Bewältigen zeigen diese selbsternannten oder gewählten "offiziös sich gebärdenden Deutschen" Größe - auch wenn dies nur geborgte Pseudogröße ist. Diese DDR, welche diese Spezies von Bewältigungs-Heroen bekanntlich jahrzehntelang zu Füßen lagen - siehe Knabes Buch "Der diskrete Charme der DDR" - diese DDR muß nun schnell weggewischt werden, damit auch das eigene Zutun zu deren Erhaltung in begütigende Vergessenheit gerät. Was haben nicht der stern und Die Zeit alles getan, um dieser DDR ein Eigenleben zu bescheinigen und als zweiten deutschen Staat anzuerkennen. Zeit-Chefredakteur Sommer und seine Mitstreiter entdeckten die DDR als blühende Landschaft - das alles ist bekannt. Hubertus Knabe entdeckt ja in seinem Buch eine ganz wunderbare Geschichte, die wir gänzlich vergessen wähnten: Knabe sagte am 3. Mai zu Bild: "Groß war die Verwunderung bei denen als die DDR auf einmal zusammenbrach." So muß es wohl gewesen sein. Mit der deutschen Einheit hatte ja auch dank stern und Fernsehen, niemand mehr gerechnet. Solche Leute wie Bissinger müssen regelrecht zu Tode erschrocken worden sein als Egon Krenz - unter massivstem Druck natürlich - die Grenze aufmachte. Übrigens auch auf den Rat von Mielke hin. Aber von dem dürfen wir nun gar nicht mehr reden.
Zurück zu Bissinger, Sommer, Gaus & Co. Honecker entdeckten diese Herrschaften noch 1986 ("Reise ins andere Deutschland" rororo Sachbuch) als souveränen Staatsmann. Den obersten Marxismus - Einpeitscher Kurt Hager amalgamierten sie als weisen Theoretiker des Marxismus - Leninismus. Der Autor dieses Lieb-DDR -Innigkeitbandes, Theo Sommer, damals Chefredakteur der Zeit, sah den eisenharten Einpeitscher der wahren Lehre, Kurt Hager, so: "ein fast heiterer alter Herr, der die Jahre der Rücksichtslosigkeit weit hinter sich weiß." Und Helmut Schmidt schrieb das Vorwort dazu. Günter Gaus hatte in dtv Zeitgeschichte, ebenfalls 1956, einen politisch beinahe notzüchtigen Band geschrieben: Wo Deutschland liegt - eine Ortsbestimmung. Wir sollten dies heute lesen, um das kalte Grausen zu begreifen, das die Sommers erfasste, als die DDR zusammenbrach, also jener Staat, dem sie gerade noch eine gewisse Größe und Kontinuität attestiert hatten. Auf Seite 32 schrieb Sommer: "Und drüben ist ja in der Tat ein soziales System entstanden, das unseres in mancher Hinsicht in den Schatten stellt. Arbeitslosigkeit gibt es nirgends." Und über die von der SED zu Insassen der DDR verurteilten Bürger drüben hatte Sommer dies in der Tinte: "Sie glauben an das, was sie sehen: die Aufbauleistung ringsum, ihren verbesserten Lebensstandard, die Geborgenheit " Wir wollen Gaus & Co. nichts nachtragen. Sie waren politisch nun mal so gepolt. Die Zeit ist vorbei, auch wenn es die Zeit noch gibt.
Und Krenz? Naja, der war eben nicht so sehr beliebt bei den DDR-Bejahern, alldieweil
er immer als Gegenmodell zu Honecker gehandelt wurde. Wozu ein Gegenmodell,
wenn man mit dem alten so gut zurecht kam?! Das wollte man also nicht so unbedingt.
Honecker, mit dem konnte man ja. Der gab Helmut Schmidt ein Bonbon auf dem Güstrower
Bahnsteig. Der plauschte mit Wehner. Und vor allem auch mit dem völlig
unschuldigen Engholm. Aber Egon Krenz, der war beweglich jung und machte in
Perestroika mit. Käme der an die Spitze, dann wäre ja das ganze schöne
Spiel mit der DDR so gut wie vorbei. Da man das aber so nicht sagen konnte,
verlegte man sich in den deutschen Medien - natürlich unverabredet, aber
instinktiv übereinstimmend - darauf, Krenz als Unsympathikus zu verzeichnen,
als Mann eben, der nicht in Frage kommt. Krenz sei zu statisch, politisch nicht
profiliert. Mehr ein Lebemann, wie die
"wollüstigen Lippen"
(taz) verraten. Gut, der Honecker mag ein wenig steif sein, aber berechenbarer
als Krenz. Wenn der DDR sagt, klingt das so breit und breiig
"DäääDääääERRR"