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Verdammte Kommunisten
von Heinz D. Stuckmann
Die Bekenntnisse des IM "Dietrich"
312 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, 2006
Zeit- und Militärgeschichte Band 33, Alter Preis 19.9 €, neuer Preis: 7.95 €
Bestell-Nr. 08033![]()
„Gegen Mittag stehe ich auf, esse ein wenig von den guten Sachen, die die Tochter mir serviert hatte, sehe die Post und entdecke das große Kuvert mit dem Absender Kölner Schule.
Sie haben gesammelt und nun das geschickt, was ich im Gefängnis nicht haben durfte, die Berichte über Stuckmann.
‚Journalist als Stasi-Spion verhaftet’ titelt der Anzeiger. ‚Spion’ bin ich auch im Boulevardblatt Express, obwohl mich bis dahin kein Staatsanwalt und kein Richter der Spionage bezichtigt hat.
Ich sitze an Ullas Küchentisch, lese und trinke Bier.
Die Rundschau kommt sofort zur Sache: ‚Studenten an Stasi vermittelt’. Das greift denn auch der Anzeiger auf: ‚Ihm wird vorgeworfen, im Verlauf seiner Tätigkeit als Leiter der Journalistenschule Schüler und Mitarbeiter auf Spionagetauglichkeit überprüft zu haben. Seinen Führungsoffizieren der damaligen Abteilung X ... soll er mehr als 30 von ihm als geeignet angesehene Personen benannt haben.’“
![]() Nie vergessen – Solidarität üben! | ![]() Festschrift für Erich Buchholz | ![]() Priester der Klio? |
Klaus Eichner schrieb in Neues Deutschland am 20.04. 2006
IM Journalist - Erinnerung an verdammte Kommunisten
Wie konnte aus dem Hitlerjungen Heinz aus armem Elternhaus ein überzeugter Kommunist werden? Zumal er die Ratschläge von Kommunisten aus West und Ost nicht selten mit dem Stoßseufzer »verdammte Kommunisten« quittierte. Heinz Stuckmann hat sich mit viel Mühe, Geduld und abnehmender Distanz sein eigenes Bild über die DDR erarbeitet – unterstützt von Mitarbeitern der HVA. Dabei hat er seine kritische Distanz zu den Schwachstellen der DDR behalten und war Bundesbürger geblieben, mit Porsche, Landsitz in der Provence und Gut Schillingsrott am Rande von Köln, dem Sitz der von ihm gegründeten »Kölner Schule – Institut für Publizistik e.V.«, aus der ganze Generationen gut ausgebildeter Journalisten hervorgingen, die heute in führenden Positionen der politischen und Medienwelt der Bundesrepublik wirken. ... zum Anfang
Freitags warer noch ein geachteter Mann und saß mit den Herren aus Wirtschaft und Politik am Tisch.
Ab Samstag sprach fast niemand mehr mit Stuckmann. Das BKA hatte ihn festgenommen.
Montags waren die Zeitungen voll: Stuckmann, der Super-Spion. Stuckmann wußte, daß seine Kontakte zur DDR nicht mit den Gesetzen der BRD im Einklang standen. Spioniert hatte er nicht.
Eigentlich wollte er mit den Kommunisten gar nichts zu tun haben, wollte ein guter Bürger seines Staates sein und ein guter Christ obendrein. Denn: Diese Kommunisten waren des Teufels. So hatte er es gelernt bei den Lehrern und beim Jugendkaplan in der katholischen Jugend, bei den Eltern und in der Verwandtschaft, ein halbes Leben lang.
Es ist sein Pech, daß er über die Lehren der Kommunisten nachdenkt, dann sogar mit Kommunisten darüber diskutiert und schließlich zu dem Schluß kommt: In manchem haben sie Recht. Und dann gar: In Vielem haben sie Recht: Vor allem wäre Frieden in der Welt und nirgendwo Krieg, wenn sie das Sagen hatten; denn niemand kann bei ihnen am Krieg verdienen.
Während Stuckmann für DIE ZEIT und das stern-Magazin arbeitet, schult er heimlich die Redakteure der DKP, die Betriebszeitungen herstellen. Und als diese Betriebszeitungen reüssieren, schreibt er in der ZEIT eine Reportage darüber, eine ganze ZEIT-Seite. Nur der Name des Lehrers fehlt.
Während er später den Zuschauern und Hörern der ARD die DDR erläutert, arbeitet er mit der HA X der Hauptverwaltung Aufklärung im MfS, der Truppe von Markus Wolf, zusammen, mit der ruhmreichen HA X, die einen erfolgreichen Kampf im psychologischen Sektor des Kalten Krieges führt.
Und dann – an einem Samstag lange nach der sogenannten Wende – kommen die Männer vom BKA.