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Mordakte Hariri ![]()
von Jürgen Cain Külbel
Unterdrückte Spuren im Libanon
312 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, 2006
Zeit- und Militärgeschichte Band 34, 18.00 €
Bestell-Nr. 08034![]()
Das Attentat auf den ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafiq Hariri am 14. Februar 2005 sorgte weltweit für Schlagzeilen. Seither stellt die internationale Politik die Regierenden in Damaskus als Drahtzieher des Verbrechens an den Pranger.
Doch viele Spuren in dem Mordfall führen in ein absonderliches Konglomerat, das Zugang zu den Zentren der Macht in Washington und Jerusalem hat, aus militanten, rechtsradikalen, neokonservativen und oder dem Mammon verpflichteten US-amerikanischen und israelischen Gruppierungen besteht und eng liiert ist mit „einem Konsortium antisyrischer Exillibanesen mit engen Verbindungen zur libanesischen Opposition“ - so Nagy N. Najjar, Geheimdienststratege und Direktor der Government of Free Lebanon in Exile im März 2005.
„Der beste Weg, Frieden für die Libanesen zu erreichen, funktioniert nur über amerikanische Politik. Der Krieg im Libanon wird nicht im Mittleren Osten ausgetragen. Auch nicht im Libanon. Auch nicht auf libanesischem Boden. Das wird in Washington gespielt.“ – so Ziad K. Abdelnour, Vorsitzender des United States Committee for a Free Lebanon im Juli 2002, eine andere Exilantenorganisation, die eng mit der US-Regierung und der libanesischen „Résistance“ im Exil zusammenarbeitet.
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Heinz-Dieter Winter schrieb in Neues Deutschland am 27.04. 2006
Die Akte des am 15. Februar vergangenen Jahres ermordeten libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri ist noch nicht geschlossen. Wer waren die Attentäter? Wer die Hintermänner? Der studierte Kriminalist Jürgen Cain Kübel sieht die Objektivität der bisherigen Untersuchung »von Beginn an durch einseitige Parteinahme verletzt«. Sie verstößt »gegen die grundlegende Regel, das Verbrechen allseitig und umfassend aufzuklären«. Kübel vermeidet Schuldzuweisungen. Er schließt auch syrische Beteiligung – denn die Sicherheitsorgane Syriens hatten ja wirklich in Libanon das Sagen – als Möglichkeit nicht ausdrücklich aus. Sie erscheint aber nach dem Lesen seines Buches wenig plausibel. Sein Anliegen ist es, auf bisher unterdrückte Spuren, die zu den Drahtziehern des Attentats führen könnten, aufmerksam zu machen.... zum Anfang
Unbekannte Attentäter jagten am 14. Februar 2005 die Fahrzeugkolonne des ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafiq Hariri in Beirut in die Luft. Der UN-Sicherheitsrat entsandte mehrere Spezialkommissionen nach Beirut, um das Attentat aufzuklären. Mehr als eine politisch motivierte Verschwörungstheorie gegen die syrische Regierung kam bislang nicht heraus. Es gibt andere Spuren: Sie reichen bis zu den Tagen des libanesischen Bürgerkrieges zurück und enden im Washington, New York und Jerusalem der Gegenwart.
Mit der spektakulären Tötung Hariris wurde ein widerlicher Plan in Gang gesetzt: Der Mord am Mister Lebanon, die entsetzlichen Bilder am Ort des Grauens, brennende, verkohlte Leiber, abgerissene Gliedmaßen, explodierende Fahrzeuge, zerstörte Geschäfte, die mächtige Rauchwolke über der Stadt, unter der blutüberströmte, verletzte Menschen um Hilfe schreiend durch die Straßen irrten, sollten sich in die Hirne der Libanesen einbrennen, sie entsetzen, „wachrütteln“ und zu Werkzeugen einer in Gang zu setzenden gesellschaftlichen Umwälzung machen, die später Zedernrevolution genannt werden sollte.
Der Autor beginnt eine Spurensuche in einem Dunstkreis, aus dem seit Jahren radikale Rufe nach solch einem Umsturz zu hören sind. Interviews bringen neue Hinweise auf zwei weitere Verbrechen zu Tage, darunter das Autobombenattentat auf Elias Hobeika, das im Januar 2002 Beirut erschütterte und möglicherweise vom gleichen Täterkreis verübt worden war, der auch für den Tod Hariri verantwortlich zu sein scheint.
Die Störsender des Konvois von Hariri versagten völlig. Obwohl die eingebaute Elektronik so leistungsfähig war, dass sie mitunter den Radio- und Fernsehempfang in Beirut störte. Sie war somit in der Lage, Handyfernzündungen von Bomben zu verhindern.
Lieferant dieser Technik ist eine israelische Firma mit Elektronikspezialisten, die noch vor einigen Jahren im israelischen Militärgeheimdienst tätig waren.
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