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Über Zivilcourage in der DDR
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Brandherd Pakistan
von Christoph R. Hörstel
Wie der Terrorkrieg nach Deutschland kommt
400 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, 2008
Zeit- und Militärgeschichte Band 43, 24.80 €
Bestell-Nr. 08043![]()
In der Stuttgarter Sonntagszeitung "Sonntag Aktuell", 07. September 2008, S.2:
„US-Geheimdienst fördert Taliban“
Afghanistan-Experte wirft Bundesregierung Mitwisserschaft und Handlungslosigkeit vor
Der Politikberater Christoph Hörstel behauptet in seinem neuen Buch, die CIA fördere den Terror, weil die USA Konflikte zur Absicherung ihrer Vormacht brauchen.
Herr Hörstel, Sie werfen dem Kanzleramt vor, es wisse seit Jahren über das heimliche Treiben des US-Geheimdienstes Bescheid. Hat es nach Ihrer Buchvorstellung am Freitag Proteste gegeben?
Nein, das war ja auch nicht zu erwarten, schließlich sitzt meine beste Quelle im Kanzleramt und ist eine hochrangige und regelmäßige Teilnehmerin der wöchentlichen Lagebesprechung der Geheimdienste. Für die Vorgehensweise der CIA habe ich als Coach deutscher Isaf-Führungskräfte den Begriff „Terrormanagement“ geprägt – unwidersprochen.
Sie behaupten also, eine „amtliche“ Aussage aus dem Kanzleramt zu haben, nach der sowohl die Taliban als auch al-Qaida durch die CIA über pakistanische Partnergeheimdienste heimlich gefördert werden. Ist das Ihre einzige Quelle?
Ich stütze mich auf drei „Quellenkreise“:
Was jeder lesen kann, sind neue Bücher der weltweiten Topjournalisten Ahmed Rashid und Zahid Hussain. Hinzukommen meine Recherchen und bestplatzierte Quellen in den pakistanischen Diensten – sowohl in der Hierarchie als auch im ausführenden Straßenpersonal. Schließlich klagen Mitarbeiter deutscher Sicherheitsinstitutionen immer wieder erstaunlich offen ihr Leid. Die Bestätigung aus dem Kanzleramt war nicht nötig. Es ist eindeutig, dass unter den Augen der CIA die pakistanischen Geheimdienste sowohl Taliban als auch al-Qaida unterstützen.
Was bezwecken die USA damit?
Es ist für die USA wichtig, dass sie mit ihren Truppen in der Region präsent bleiben. Ich fürchte, das gilt auch für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama. Die USA wollen die islamische Bewegung kontrollieren, Iran und China einkreisen sowie Russland eindämmen.
Experten behaupten, die dortigen Öl- und Gasvorkommen seien der eigentliche Grund für das Engagement der USA.
Pakistans ehemaliger Geheimdienstchef General Durrani sagt das ganz offen, viele andere seines Ranges – und höher – auch.
Natürlich hat die Kontrolle der Energietransportwege in der Region eine große Bedeutung für die Präsenz der Amerikaner. Es gibt dort geplante Pipelinerouten, auf die die USA unbedingt Einfluss haben wollen – wirklich ein Politikum.
Wenn es stimmt, dass die Bundesregierung über das Treiben der USA beste Kenntnisse hat, warum gab es nicht längst einen Aufschrei der Opposition im Bundestag?
Wir haben eine Krise unseres parlamentarischen Kontrollgremiums. Sogar der CDU-Sprecher in diesem Gremium äußerte sich besorgt. Entzündet hat sich die Auseinandersetzung unter anderem an den KSK-Einsätzen.
Niemand weiß, was die Bundeswehr mit ihren Sondereinheiten da treibt.
Erwarten Sie, dass sich die Opposition mit den Erkenntnissen aus Ihrem Buch munitionieren wird?
Bis jetzt habe ich nur zwei Abgeordnete informiert. Von morgen an werden wir sehen, was passiert. Leider gibt es in Deutschland wenig Fachleute, die sich in dieser Region genügend auskennen, um die Vorgänge wirklich beurteilen zu können.
Sie meinen, auch zu wenig Kenntnis, um Folgen der gestrigen Wahl von Zardari zum neuen pakistanischen Staatschef einschätzen zu können? Was haben wir von ihm zu erwarten?
Chaos, Misswirtschaft und weitere Korruption.
Entweder ist ein Präsidentensturz durch zivile Konkurrenten wie Nawaz Sharif programmiert oder aber ein weiterer Militärputsch. Die USA kommen so ihrem Ziel näher, Pakistan noch stärker zu kontrollieren.
Welchen Rat haben Sie für die Bundesregierung?
Mein Rat wäre, endlich einmal Politikfähigkeit zu beweisen und beides zu tun: Nato-Verbundenheit zu zeigen und gleichzeitig auch mit den Taliban – unbedingt diskret unter der Hand – zu verhandeln. Alle machen das: USA, Franzosen und Briten reden intensiv mit ihnen und erproben regionale Friedensinitiativen. Wir als Deutsche haben meines Erachtens die Pflicht, den Frieden ernsthaft auszuprobieren, bevor die Totenzahlen weiter steigen.
Das Gespräch führte Uwe Roth
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Knut Mellenthin schrieb in jw am 06.09. 2008
Kriegsende als »Horrorvorstellung«
Hörstel beschreibt in seinen Büchern detailliert, wie die USA »zur Legitimierung ihrer militärisch durchgesetzten strategischen Hegemonialinteressen in Asien« seit Ende der siebziger Jahre in Zusammenarbeit mit dem pakistanischen Geheimdienst ISI militant-islamistische Gruppen unterstützten, zum Teil überhaupt erst ihre Entstehung organisierten und finanzierten, und wie diese Kooperation auch heute noch andauert. zum Anfang
Nicht nur die Taliban, sondern auch Al-Qaida würden auf diese Weise von der CIA im Zusammenwirken mit dem ISI direkt und indirekt gefördert. Das sei, behauptet der Autor, auch der Bundesregierung bekannt.
»Nach Aussagen eines höheren Polizeioffiziers im Gespräch mit mir sind deutsche Sicherheitsorgane selbst in die Organisation von Terror in Deutschland verwickelt«, schreibt er....
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