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Anthrax und das Versagen der Geheimdienste ![]()
von Erhard Geißler
Über die Geschichte der Bio-Waffen
418 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, 2003
Zeit- und Militärgeschichte Band 6, 22.00 €
Bestell-Nr. 08006![]()
Als im Oktober 2001 die Anthraxbriefe
auftauchten, in deren Folge fünf Menschen verstarben, hielt die Welt
buchstäblich den Atem an. Anthrax - zu Deutsch Milzbrand - verbreitete
sich bei diesen Anschlägen über die Atemwege. Der unsichtbare
Tod war in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangt. Die Hintergründe
dieser Attentate sind bis heute ungeklärt. Schieres Entsetzen, bisweilen
Panik, beherrschen seitdem die Szenerie. Die Unsicherheit ist groß.
Sämtliche Bemühungen, die Biowaffenentwicklung zu kontrollieren
und zu stoppen schienen gescheitert. Hatten die Geheimdienste wiederum
versagt?
Betrachtet man die Geschichte der Entwicklung von biologischen Waffen,
so fällt, auf, dass diese auch eng mit diversen Fehlleistungen der
Geheimdienste verbunden ist.
Vorliegender Band erzählt wie und warum.
![]() GEHEIMDIENST, POLITIK und MEDIEN | ![]() Bomben auf Bagdad |
Nicola Siegmund-Schultze schrieb in Frankfurter Rundschau am 27.08. 2003
Manche Bücher mit zeitgeschichtlichem Bezug werden nach dem Erscheinen
noch aktueller, als sie es während des Schreibens schon waren. Erhard
Geißlers Titel "Anthrax und das Versagen der Geheimdienste"
gehört dazu. Das Buch beschreibt die Rüstungsspirale auf dem Gebiet
der biologischen Waffen.... zum Anfang
Waren Reichswehr
und Wehrmacht bis 1940 an biologischer Kriegsführung nicht interessiert,
weil ihre Biosabotageaktionen im Ersten Weltkrieg weitgehend erfolglos
geblieben waren?
Wurde das infame Märchen,
der AIDS-Erreger sei in einem Biowaffenlabor der USA konstruiert worden,
von sowjetischen Geheimdienst in die Welt gesetzt, um vor den eigenen
Biowaffenaktivitäten eine Nebelwand zu errichten?
Warum griffen die
Westmächte 1986 den sowjetischen Vorschlag nicht auf, in einem Zusatzprotokoll
für die Biowaffenkonvention Kontrollmaßnahmen zu vereinbaren?
Wurde die Bundesrepublik
1968 von einem in die DDR übergetretenen Kronzeugen der biologischen
Aufrüstung beschuldigt, nur weil ihn das Bonner Verteidigungsministerium
nicht mehr bezahlen wollte - oder war er ein zurückgerufener Agent
der Stasi?
Würde die Welt
heute anders aussehen, wenn die Angloamerikaner 1938 Präventivschläge
gegen Hitlerdeutschland geführt hätten, nachdem ihre Geheimdienste
über deutsche Rüstungsanstrengungen mit Milzbrandbakterien und
Erregern der
Maul- und Klauenseuche Falschmeldungen praktiziert hatten?
Könnte es sein,
dass Meldungen über von Schurkenstaaten betriebene
Biowaffenaktivitäten auch wieder falsch sind?
Wenn man Schurken
in den Arm fallen will, ist es dann gerechtfertigt, Falschmeldungen und
Lügen als Begründung heranzuziehen?
Haben Terroristen
wirklich Zugang zu Pockenviren und sind sie in der Lage, diese auch einzusetzen?
Sind die Pockenschutzmaßnahmen in der westlichen Welt, die nicht
frei von Nebenschäden sein werden, nicht vielleicht die Folge von
Bio-Psychoterror?
Warum gelingt es nicht,
eine internationale Allianz zu schmieden, mit der weltweit allen Krankheitserregern
der Kampf angesagt wird, mögen sie nun auf natürlichem Wege
Mensch, Tier oder Pflanze bedrohen oder von bewaffneten Kräften böswillig
eingesetzt sein?